HAS Hamburger Angehörigenschule - Schulung und Beratung für pflegende Angehörige sowie ehrenamtlich Pflegende
HAS Hamburger Angehörigenschule

 

Jeder kann von heute auf morgen in die Situation geraten, für einen Angehörigen Pflege organisieren zu müssen. Das kann durch einen Unfall geschehen oder durch einen Schlaganfall, aber auch Krankheiten, wie z.B. Parkinson oder Demenz können dazu führen, dass man sich nicht mehr alleine versorgen kann.
Für die Angehörigen tauchen dann unzählige Fragen und Probleme auf, die sie häufig sehr schnell lösen müssen. Und so mancher benötigt auch ganz praktische Anleitung. In Hamburg und Umgebung kann man in solchen Fällen seit April 2008 die Beratungs- und Schulungsangebote der HAMBURGER
ANGEHÖRIGENSCHULE nutzen.
Das bundesweit beachtete Modell richtet sich an Menschen, die mit der Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen konfrontiert sind. Hier stehen die pflegenden Angehörigen im Mittelpunkt. Sie sollen merken, dass ihre Probleme und Bedürfnisse nicht weniger wichtig sind, als die des Pflegebedürftigen. Den Angehörigen
soll hier der Rücken gestärkt werden - nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch. Und nicht zuletzt profitiert natürlich auch der Pflegebedürftige davon, wenn sich der Pflegende nicht überfordert.
Langfristiges Ziel der Angehörigenschule ist es, für den Großraum Hamburg, engmaschig und koordiniert, unabhängige Beratung und Schulung für pflegende Angehörige sicher zu stellen. Hierzu soll in jeder Windrichtung (Nord, Ost, Süd, West) und im Bereich Mitte jeweils eine zentrale Einrichtung, gewissermaßen als „Leuchttürme“, etabliert werden. Zusätzlich sollen von diesen zentralen Punkten aus sinnvolle, quartiersnahe Angebote in den Stadtteilen zusammen mit bestehenden Einrichtungen organisiert werden. Dies kann – durch die neutrale Stellung der Schule - an ganz unterschiedlichen Orten geschehen: In Pflegeheimen, Tagespflegeeinrichtungen, bei Pflegediensten, Sanitätshäusern, Krankenhäusern,
Bürgerhäusern, Familienbildungsstätten, Volkshochschulen u.v.m. ... auf diese Weise bewirkt die Angehörigenschule zudem eine Dynamisierung der Vernetzung bestehender Einrichtungen für Angehörige.
Das Konzept der Angehörigenschule geht davon aus, dass es eine hohe Vielfalt an Zugangsmöglichkeiten zu den Angebotenen Hilfsmöglichkeiten geben sollte. Bislang stützt sich die Arbeit auf drei Hauptsäulen:
Präsenzberatung, Kurse und Individuelle Schulung zu Hause) . Eine vierte Säule (ELDERCARE) ist in der Entwicklung und wird weitere Zugangswege schaffen. Die bisherigen Standpfeiler im Einzelnen:

1. Die unabhängige und wettbewerbsneutrale Angehörigenberatung in der Klinik
In den beiden Asklepios Kliniken Harburg und Barmbek gibt es vor Ort Beratungsbüros, die mehrmals wöchentlich Sprechzeiten anbieten. Auch abweichende Termine sind nach Vereinbarung möglich. Angehörige können sich noch während des Klinikaufenthaltes über mögliche Hilfen nach dem Pflegegesetz beraten lassen. Aber selbstverständlich steht die Beratungsstelle auch allen anderen Angehörigen und ehrenamtlich Pflegenden in Hamburg und Umgebung zur Verfügung, auch wenn der zu Pflegende nicht in der Klinik liegt.
Im Beratungsbüro wird zum Beispiel darüber informiert, wie eine Pflegestufe beantragt wird. Angehörige bekommen Entscheidungsgrundlagen dafür, ob sie die häusliche Pflege alleine, oder mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes verrichten wollen. Es werden Entlastungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Die Hamburger Angehörigenschule berät unabhängig und wettbewerbsneutral. Wenn von Kunden nach speziellen Anbietern gefragt wird, so immer auf ein vorhandenes Spektrum an Möglichkeiten hingewiesen, nicht auf einen einzelnen Anbieter. Außerdem wird über Selbsthilfe- und Angehörigengruppen, sowie über
spezielle Beratungsstellen informiert. Und natürlich wird auch auf die eigenen Schulungsangebote und die Möglichkeit von Beratung und Schulung in der Häuslichkeit aufmerksam gemacht.

2. Die kontinuierlichen, umfangreichen Kursangebote der Hamburger Angehörigenschule
An beiden Standorten bietet die Hamburger Angehörigenschule für pflegende Angehörige und für ehrenamtlich Pflegende ein umfangreiches Kursangebot. Die Kurse werden von den Pflegekassen finanziert. Ein wesentliches Ziel, neben der Vermittlung pflegefachlicher Kompetenzen, ist der Austausch der Beteiligten
Untereinander. Orientierungskurse „Was tun bei Pflegebedürftigkeit?“ (3 Stunden) Orientierung bei Pflege und Versorgung, sowie über die Hilfsangebote nach dem Pflegegesetz; Klärung aktueller Fragen der Teilnehmer.
Pflegekurse „Infos, Tipps und Tricks für die Pflege zu Hause“ (13,5 - 18 Stunden) Kurse zur Pflegepraxis, Infos und Anregungen zu Prophylaxen; Vermeidung von Pflegefehlern; aktivierende Pflege .
Kinaestheticskurse „Besser leicht bewegt als schwer getragen“ (21 Stunden)  Individuelle Bewegungswahrnehmung und -unterstützung.
Spezial-Pflegekurse zu Demenz, Schlaganfall, Parkinson ,.( 7,5 - 12 Stunden)
Für das Jahr 2011 sind weitere Spezial-Pflegekurse in Vorbereitung, z.B. Multiple Sklerose, Darmkrebs, Sterbebegleitung. Ein wichtiges Anliegen der Angehörigenschule ist es auch, Angehörigengruppen und ehrenamtliche Helfer zu unterstützen. So kommt es immer wieder vor, dass Angehörige nach dem Besuch eines Kurses sich gerne weiter in Form einer Angehörigengruppe treffen wollen. Hier hilft die Schule bei der Bereitstellung von Räumlichkeiten und fachlicher Begleitung.

3. Die unabhängige, wettbewerbsneutrale individuelle Beratung und Schulung zu Hause In der Häuslichkeit treten oft spezielle und individuelle Fragen für den Angehörigen auf, die im Beratungsbüro, oder in einem Angehörigenkurs nicht beantwortet werden können. Zudem ist für so manchen Angehörigen ist die Schwelle, sich für einen Kurs anzumelden, zunächst sehr hoch. Das kann biographische
Gründe haben (Schulerfahrungen) oder ganz einfach daran liegen, dass man noch nicht weiß, wie man das organisieren kann (z.B. durch ehrenamtliche Unterstützungsangebote, wie Seniorpartner). Hier kann eine individuelle Schulung zu Hause sinnvoll sein. Wenn eine Pflegestufe besteht, oder zumindest beantragt
wurde, besteht nach dem Pflegegesetz ein Anspruch auf eine kostenlose individuelle häusliche Beratung durch einen Pflegeberater. Diese individuellen Schulungen können z.T. auch bereits im Krankenhaus beginnen und später in der Häuslichkeit fortgesetzt werden. Die Beratung wird von der Hamburger Angehörigenschule unabhängig vom Pflegedienst oder von Versorgungsanbietern durchgeführt. Es findet also keine Vermittlung statt. Damit werden ausschließlich die Interessen der pflegenden Angehörigen gewahrt.

4. ELDERCARE
Zusätzlich zu den drei bisher beschriebenen Tragsäulen ihrer Arbeit ist die Hamburger Angehörigenschule dabei, eine vierte Säule zu entwickeln: Angebote und Konzepte für Unternehmen. zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf („ELDERCARE“) In einer Zeit des Fachkräftemangels merken viele Firmen zunehmend, dass es nicht ausreicht, sich darauf zu verlassen, dass sich ihre Mitarbeiter „schon irgendwie selbst helfen“.
Überforderte Mitarbeiter fallen bekanntlich häufiger aus, werden krank – und die resultierende „Negativspirale“ ist hinlänglich bekannt. Zudem gilt: Unternehmen, die Fachkräfte gewinnen und binden wollen, müssen sie unterstützen können, wenn zu Hause eine Pflegesituation eintritt. Hierbei gibt es vielfältige Möglichkeiten, z.B. im Rahmen der Arbeitszeitgestaltung. Ein erster wichtiger Schritt besteht dabei
in der Enttabuisierung dieses Themas und die Wertschätzung des pflegerischen Engagements im Betrieb. Nur so ist die Doppelbelastung auf Dauer zu tragen. Hier entwickeln wir gemeinsam mit Betrieben und Mitarbeitern sinnvolle und passgerechte Lösungen. Ziel der Angehörigenschule ist der Abschluss von Kooperationsverträgen mit den jeweiligen Unternehmen.


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Projekt-Nr:
000086
Themenfeld:
Gesundheit 
Wir brauchen:
Finanzielles Sponsoring 
Bezirk:
Harburg

 

 

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